Günter Kränzlein Schmerztherapeut, Heilpraktiker & Physiotherapeut klärt auf

Hier erfahren sie alles zum Thema Schmerzen wie Gelenkschmerzen, Phantomschmerzen u.a.! Warum entsteht Schmerz und welche Arten von Schmerzen gibt es?

Gelenk-Schmerzen-Ursache „Irrtum der Medizin“ 

Viele Menschen kämpfen täglich mit Gelenkschmerzen, Migräne und andere Schmerzen. Bei Gelenkschmerzen wird häufig die Abnutzung der Gelenke dafür verantwortlich gemacht. Versteht man den Zusammenhang von Ursache und Schmerzentstehung,   liegt die Sache schon anders. Die Entstehung von Schmerzen ist ein hoch komplexer Vorgang sowie auch die Reflektion und Projektion von Schmerzen. Allein, dass ein Gelenk anschwillt und schmerzhaft ist, bedeute nicht, dass das abgenutzte Gelenk auf die Ursache dieser Schmerzen ist. Denkt man an den Phantomschmerz eines Beinamputierten, wird klar, Knieschmerzen empfunden werden können, obwohl das Gelenk nicht mehr vorhanden ist.  die Mediziner sprechen von einem Schmerzgedächtnis, doch was ist, wenn der Beinamputiert niemals am Knie Schmerzen hatte. 

Die Ursachen, die für die Gelenkschmerzen verantwortlich gemacht werden, sind einer der  größten Irrtümer der Medizin! Neurologen sollten dies sicher besser wissen, als der auf die Knochen konzentrierte Orthopäde oder Rheumatologe.

Das Zentrale Nervensystem mit seinem Gehirn, dem Rückenmark und den peripheren Nerven, wir sprechen dabei von 70 Millionen Zellen, sollte auch von den Knochenklemptner verstanden werden. Wäre dies der Fall, so gäbe es sicher weniger Operationen oder Verabreichung von Schmerz- und Rheumamitteln. 

Arthrose Medikation

Wie entstehen Schmerzen der Gelenke? 

Die eigentliche Wahrnehmung von Schmerz ist ein hoch komplexer neurophysiologischer Vorgang. Was bedeutet neurophysiologisch? Die Physiologie ist die Lehre der normalen Lebensvorgänge einer Zelle, Geweben und andere Gewebs-Strukturen etc. Das Wort Neuro steht für die Nervenzelle oder den gesamten Komplex „Zentrales Nervensystem (ZNS)“. Neurophysiologie ist die Lehre des Nervensystems. Das Nervensystem steuert, reguliert, kompensiert oder modifiziert wiederum alle Funktionsabläufe unseres Organismus. Das Nervensystem spielt also immer eine Rolle, wie auch bei der Wahrnehmung von Schmerzen. Wir haben in jedem Gewebe, außer im Gelenkknorpel, sogenannte Nozizeptoren. Das sind kleine Fühler (Nervenendungen) im Gewebe, die zu jedem Zeitpunkt der Zentrale Auskunft über den Zustand des Gewebes geben. Es lässt sich mit einer Zentralheizung vergleichen. Wenn Sie ihre Heizungszentrale so programmiert haben, dass diese bei 20 ° C zurückschaltet oder unter 15° C anspringt, dann wird dies aufgrund der Heizungsfühler in Kombination mit der Zentrale passieren. Nozizeptoren sind den Heizungsfühler ähnlich. Sie melden dem Gehirn einen drohenden Schaden genauso wie jede Verletzung oder Veränderung eines Gewebes, um größere Schäden zu vermeiden. Bei einer akuten Verletzung beispielsweise, einer Zerreißung eines Bandes oder einer Gewebsveränderung eines Muskels (Muskelkontraktur),, werden diese Rezeptoren aktiviert und geben der Zentrale (Rückenmark und Gehirn) Informationen darüber. Nun laufen verschiedene Prozesse im ZNS ab. Wie hoch komplex dieser Vorgang ist, können Sie diesem Schaubild Abb.: 2 und 3 entnehmen. –

Abb.: Organisation ZNS 

Organisation des Nervensystems

Dieses Schaubild vermittelt schematisch, wie unser Nervensystem arbeitet und organisiert ist. Das Nervensystem besteht aus den Nerven, als Informationsträgern, die diese dem Gehirn über elektrische Impulse ins Zentrum des Nervensystems übermitteln. Dadurch sind wir in der Lage, Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen und auf bestimmte Veränderungen zu reagieren. Das Nervensystem kontrolliert und reguliert außerdem alle Vorgänge des Organismus. Die Informationen kommen von unterschiedlichen Rezeptoren, die sich überall im Körper befinden, wie zum Beispiel die sogenannten Wärme- oder Kälterezeptoren der Haut. Greifen wir in zu heißes Wasser, können dadurch Verbrennung entstehen. Bei zu hohen Außentemperaturen übermitteln ebenfalls die Wärmerezeptoren blitzschnell die Information an die entsprechenden Gehirnregionen und wir beginnen zu schwitzen. Nach registrieren der Information aus den Wärmerezeptoren sendet das Gehirn elektrische Impulse über absteigende Nervenbahnen zu den Schweißdrüsen um diese zu aktivieren. Es entsteht eine Verdunstungskälte auf der Haut und so wird die Körpertemperatur reguliert, ohne dass wir sie durch Denken oder andere bewusste Befehle aktivieren müssen. Daher spricht man in diesem Fall auch von einem physiologischen Vorgang des autonomen Nervensystems, also ein typisches Beispiel für eine Autoregulation. 

So reguliert das Gehirn:

  • Hunger, 
  • Durst, 
  • Gleichgewicht, 
  • nimmt Einfluss auf das Hormonsystem, 
  • unseren Sexualtrieb, 
  • die Fortpflanzung und vieles andere. 
  • Die Funktion unseres Muskelsystems basiert ebenfalls auf diese Art der Regulation. 

Dazu ein Beispiel:

Bei einer Verletzung oder Veränderung des Gewebes wie bei einer Muskelkontraktur (Gewebsveränderung des Muskelgewebes), gibt es entsprechende Rezeptoren, die den Schaden oder einen drohenden Schaden zum Zentrum melden. Diese Rezeptoren werden Nozizeptoren genannt. Die Reaktion auf solch eine Muskelveränderung geschieht zunächst über eine Anpassung der Muskulatur, gesteuert durch das Kleinhirn, das meistens eine Bewegungseinschränkung verschiedener Gelenke oder der Wirbelsäule zur Folge hat. Anpassung bedeutet in diesem Fall, dass bestimmte Muskeln stärker (hyperton) angespannt werden und andere Muskeln schwach geschaltet (hypoton) werden. Wenn jedoch die Störungsmeldung aus dem Gewebe (Verletzung oder Muskelkontraktur) entsprechend hoch ist, wird die Information zum Gyrus poszentralis, eine Gehirnwindung der Gehirnrinde gemeldet.

Erst durch die elektrischen Signale aus dem verletzten oder veränderten Gewebe werden Schmerzen ausgelöst. Allerdings finden die Schmerzen oft nicht dort statt, wo sich die eigentliche Störung befindet, sondern werden dahin projektiert, um der Verletzung oder Kontraktur am meisten Nutzen zu bringen und um diese zu schützen. Diesen Vorgang der Schonung nennt man Arthro-Tendo-Myotische-Reaktion. Der Begriff erklärt, dass das zentrale  Nervensystem Gelenke, Sehnen und Muskeln in den Schonmechanismus integriert. So ist es möglich, dass eine Gelenkschwellung entsteht, obwohl das Gelenk selbst überhaupt nicht betroffen ist. Das verunsichert nicht nur die Patienten, sondern führt unter anderem Therapeuten und Ärzte in die Irre. Die Reaktion des Gehirns aufgrund von Muskelstörungen, Verletzungen sowie Gewebs- und Funktionsstörungen, ist jedoch noch viel komplexer, dies zeigt die nachfolgende Abbildung 3.

Komplexes Gesehen des Gehirns durch einen Gewebsschaden

Gelenkschmerzen führen Patienten und Ärzte in die Irre

Durch einen Schaden (Noxe) im Gewebe, egal ob chemisch, mechanisch oder biologisch werden nicht nur Muskelanpassungen und Schmerzen erzeugt, sondern eine Veränderung des Hormonsystems über das Stammhirn, der Hirnanhangsdrüse und dem Hypothalamus. Gleichzeitig werden im limbischen System Erfahrungen interpretiert und diese im Hypokampus gespeichert. Das gesamte Geschehen ist also hoch komplex. Bedenkt man diese Vorgänge, so ist es unverständlich, dass Diagnosen nur mit einem Röntgenbild oder MRT gestellt werden oder dass es Autoren gibt, die behaupten, dass bestimmte Übungen Arthrosen des Kniegelenks oder andere Gelenke heilen können. An dieser Stelle also nochmals der Hinweis: Es gibt keine pauschalen Übungen für bestimmte Gelenkarthrosen, Affektionen der Wirbelsäule, Bandscheibenvorwölbungen, Spinalkanalstenosen oder andere Erkrankungen des Bewegungsapparates. Du kannst davon ausgehen, dass unsere Muskulatur mit ihren Faszien der häufigste Grund für Schmerzen an Gelenken oder der Wirbelsäule ist. Die meisten Menschen haben Schmerzen, die im Laufe der Zeit entstehen, zunächst schwach und dann wieder verschwindend und mit der Zeit langsam chronisch und zunehmend stärker werden. Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule hängen zum großen Teil mit muskulären Veränderungen zusammen. Diese Veränderung entstehen meist durch einseitige Haltungs- und Bewegungsautomatismen, eventuellen Überlastungen oder Verletzungen. Allerdings sind es oft nicht Muskeln, die im direkten Zusammenhang mit dem betroffenen Gelenk oder der Wirbelsäule stehen. So kann eine Kontraktur der Kiefermuskulatur genauso für Knieschmerzen oder sonstigen Schmerzen verantwortlich sein, wie auch ein Muskel des Schultergürtels, der Bauchmuskulatur oder der Hüft- oder Wadenmuskulatur. Außerdem kann zu 90 % davon ausgegangen werden, dass es sich bei der betroffenen Muskulatur nicht um seitengleiche Muskeln handelt, obwohl eventuell der Rückenschmerz eher einseitig auftritt. Das bedeutet, dass es ein fataler Fehler wäre, wenn man die gleiche Übung auf beiden Körperhälften ausführen würde.

Diagnostik & Therapie von Gelenkschmerzen

Grundsätzlich gibt es ein bestimmtes Vorgehen in der Diagnostik. Allerdings erlebt man dies nicht mehr in der Praxis, da kein Arzt mehr die Zeit hat und sich nimmt. Es wird nicht bezahlt und findet in aller Regel auch nicht mehr statt. Die Diagnostik geht wie folgt richtig vor:

Anamnese 

Die Anamnese, also die Krankheitsgeschichte mit ihrem Verlauf, gibt dem Therapeuten oder Arzt schon viele Hinweise. Dabei  ist das Bewegungsverhalten des Patienten sehr wichtig. Wann treten die Schmerzen auf, wie fühlt sich der Schmerz an, seit wann bestehen Schmerzen, gab es Operationen oder bestimmte Vorerkrankungen, werden Medikamente eingenommen etc. Außerdem ist das Alter, die Körpergröße, das Körpergewicht und vieles andere wichtig, um Zusammenhänge zu erfassen.

Inspektion

Durch den Sichtbefund bekommt der Arzt und Therapeut weiteren Aufschluss in der Diagnostik. Die Inspektion beginnt bereits wenn der Patient in das Behandlungszimmer kommt. Wie bewegt er sich? Wie ist die Körperhaltung? Anschließend wird das entsprechende Gelenk oder Schmerzgebiet angesehen. Dabei zeigen sich Hautveränderungen, Schwellungen, Gefäßzeichnungen und die Muskelstruktur. Die betroffene Seite sollte immer mit der nicht betroffenen verglichen werden.

Palpation

Der Tastbefund zeigt Gewebsveränderungen, empfindliche Hautareale, Muskelspannungsveränderungen, Konchenveränderungen und vieles andere. Der Therapeut sollte dabei auf seinen persönlichen Erfahrungsschatz zurückgreifen können, da es hier Fingerspitzengefühl erfordert.

Muskel und Gelenktests

Diese Tests geben den meisten Aufschluss in der Diagnostik. Die Gelenktest zeigen ob ein Kapselmuster vorliegen kann. Ein Kapselmuster testet für jedes Gelenk definierte Beweglichkeit in verschiedener Richtung zu einander. Ist ein Kapselmuster positiv, so kann eine starke Arthrose dafür verantwortlich sein. Die Muskeltests geben dann weiteren Aufschluss, ob die Einschränkungen durch das Gelenk selbst entstehen oder mit Schonprogrammen und Spannungsveränderungen der Muskeln zu tun haben. Weiterhin  können die Bänder des Gelenks auf Stabilität getestet werden sowie die  Menisken und andere Strukturen getestet werden.

Neurologische Zeichen und Reflexte

Zur Überprüfung des Nervensystems sollten hier auch verschiedene Tests durchgeführt werden. Vor allem dann, wenn es in der Voruntersuchung und Anamnese Hinweise darauf gibt. Das Überprüfen des Refelxgeschehen zeigt Läsionen der peripheren Nerven, der Nervenwurzel oder des Zentrums. 

Bildgebendes Verfahren 

Das bildgebende Verfahren sollte immer als letztes durchgeführt werden. Erst wenn die Voruntersuchung entsprechende Hinweise auf ein Gelenkproblem ergeben, sollte zur weiteren Abklärung Röntgen, MRT, CT oder Ultraschall eingesetzt werden. 

Arthroskopie

Die Arthroskopie stellt eine weitere Möglichkeit der Diagnostik dar. Dieser Eingriff bringt allerdings immer das Risiko einer Infektion sowie eine weitere Verletzung des Gelenks mit sich. Die Arthroskopie wird gerade in Deutschland viel zu schnell und häufig eingesetzt. Bei der Arthroskopie führt der Operateur eine Optik in das Gelenk ein und kann darüber genauer bestimmte Strukturen erkennen und bereits verschiedene andere therapeutische Maßnahmen ergreifen.

Die Muskeltests sind gerade bei Schmerzgeschehen eines der wichtigsten Tests überhaupt, da die meisten Schmerzen darauf zurückzuführen sind. 

Dank der Muskulatur (aktiver Bewegungsapparat) können wir uns bewegen. 640 Muskeln, die mindestens ein Gelenk überqueren, sorgen dafür. Die Muskeln sind an unseren Knochen befestigt. Sie bilden etwa 40% des Körpergewichtes und verleihen, zusammen mit dem Skelett, die äußere Gestalt unseres Körpers. Muskeln sind aufgrund des Nervenimpulses erregbar. Sie können sich verkürzen (kontrahieren), sich dehnen lassen, sich auseinanderziehen und sind elastisch, das heißt, sie kehren nach der Dehnung oder Verkürzung (Kontraktion) wieder in ihre ursprüngliche Ruhelage zurück. Durch seine Anspannung (Kontraktion) erfüllt der Muskel drei wichtige Aufgaben. Er ist für die aktive Bewegung verantwortlich, ermöglicht die aufrechte Körperhaltung und sichert zu 80% die Wärmeproduktion unseres Körpers. Es werden nur 45% der Energie für die Muskelkontraktion gebraucht. Der Rest ist ein Abfallprodukt zur Wärmebildung. Muskelkontraktionen (Anspannungen oder Verkürzungen) erzeugen Bewegungen durch die Ausübung von Zug auf die Sehnen (Muskelenden), die wiederum Zugkräfte auf die Knochen übertragen, an denen sie an den Knochen eingewachsen sind. Als Muskelursprung bezeichnet man den befestigten Teil, der dem Rumpf näher liegt, als Ansatz den Teil, der vom Rumpf weiter entfernt ist. Zwischen Ursprung und Ansatz liegt der fleischige Muskelbauch. Damit flüssige Bewegungen stattfinden können, muss das Zusammenspiel entgegengesetzter Muskeln garantiert sein. Dieses physiologische Zusammenspiel bezeichnet man als Muskelgleichgewicht oder Muskelbalance. Der arbeitende Muskel (Agonist oder Spieler) führt bestimmte Bewegungen aus und der Gegenspieler (Antagonist) ist für die Gegenbewegung verantwortlich. Soll z. B. der Unterarm gebeugt werden, muss sich der Bizeps (Oberarmbeuger) verkürzen (anspannen) und der Trizeps (Oberarmstrecker) als Gegenspieler entspannen. Soll der Arm wieder gestreckt werden, muss sich der Trizeps als Spieler zusammenziehen (kontrahieren) und der Bizeps entspannen. Dieses optimale Zusammenspiel ist für störungs- und schmerzfreie Bewegungen von größter Bedeutung. Die Anspannung eines Muskels erfolgt über den Impuls einer Nervenzelle. Die Übertragungsstelle des Nervenimpulses an einer Muskelfaser wird als motorische Endplatte bezeichnet. Innerhalb eines Muskels liegen zwischen 40 und 500 Sensoren/ Informationsgeber, die sog. Muskelspindel. Außerdem haben wir ein System im gesamten Gewebe, das dem Gehirn Auskunft über die Funktionstüchtigkeit eines Organs oder Gewebes, zum Beispiel dem Muskelgewebe gibt. Nur so kann sichergestellt werden, dass unser Gehirn das gesamte System steuern und regulieren kann. Das Ganze gleicht dem Kontrollsystem im Cockpit eines Flugzeuges oder Autos. Wenn innerhalb eines Muskels die Gefahr einer Überlastung oder Verletzung besteht, werden durch das Gehirn andere Muskeln mit eingeschaltet, die die eigentliche Störung schützen (wurde bereits erwähnt). Das passiert durch eine erhöhte oder verminderte Muskelanspannung bestimmter Muskeln, die dem erkrankten Muskel Schutz geben, durch Schmerzprojektion. Die wirkliche Ursache von Schmerzen liegt wie bereits beschrieben in einer Muskelkontraktur. Eine Muskelkontraktur wie bereits erwähnt, ist eine Gewebsveränderung des Muskels. Wenn du durch ein Mikroskop schaust, sieht du die kleinsten motorischen Einheiten, das sogenannte Muskelfilament. In der Abbildung nachfolgenden Abbildung siehst du eine graphische Darstellung eines Muskelfilament.

Die Abbildung (oben) zeigt einen entspannten Muskel und die Abbildung (unten) einen angespannten Muskel. Bei einer Kontraktur ist die H-Zone bei einem entspannten Muskel angenähert bzw. kürzer. Dadurch kann der Muskel in bestimmten Situationen weniger Kraft entwickeln und vor allem nicht genügend Länge bei der Arbeit des Gegenspielers hergeben. Diese Gewebsveränderung wird sehr oft zur Ursache vieler Schmerzen vom den „Zehen bis zur Haarspitze“, je nach dem. Jetzt aber noch einige Worte zur Entstehung von Muskelkontrakturen. 

Die häufigste Ursache von Gelenkschmerzen

Wie bereits erwähnt, entstehen muskuläre Veränderungen in erster Linie durch Überlastung, falsche Belastung, immer wiederkehrender Bewegungs- und Haltungsmuster. Doch was passiert dabei im Muskelgewebe? Stellen Sie sich vor, du brichst dir den Unterarm und dein gesamter Arm, einschließlich des Ellenbogens, wird nun für 3 Wochen durch einen Gips oder eine Schiene ruhiggestellt. Was werden sie nach der Abnahme des Gipses oder der Schiene feststellen? Sehr wahrscheinlich können sie den Arm nicht mehr richtig beugen oder strecken. Das liegt in diesem Falle nicht am Gelenk, sondern an den Muskeln, die sich dem Gelenk innerhalb der Ruhigstellung angepasst haben. Das gleiche passiert, wenn sie immer wieder eine bestimmte Haltung einnehmen oder einen Muskel ständig durch Arbeit oder Sport belasten, das Muskelgewebe passt sich der Situation an. Wenn sie beispielsweise permanent stehen (z. B. Friseurberuf), dann werden die Gesäßmuskeln, die die Hüfte strecken und die Wadenmuskulatur ständig angespannt bzw. die Gelenkpartner in eine Annäherung gebracht. Daraus entsteht im Laufe der Jahre eine Muskelkontraktur. Durch diese krankhafte Gewebsveränderung werden nun verschiedene Schonprogramme (Efferenzen) des Gehirns zur Regulation des Problems geschaltet. Das können anfangs Bewegungseinschränkungen verschiedener Gelenke durch eine erhöhte oder verminderte Muskelanspannung sein oder bei starker Nozizeption (Störungsmeldung aus dem Gewebe) zu Schmerzen führen. Bestimmte Muskeln erfahren durch das Kleinhirn eine erhöhte Spannung. 

Übungen gegen Gelenkschmerzen können mehr Schmerzen erzeugen

Ohne richtige Diagnostik kann nicht unterschieden werden, welcher Muskel nun als Übeltäter für die Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in Frage kommt, da sowohl die Muskeln, die eine Schutzfunktion haben, als auch der verursachende Muskel eine erhöhte Spannung und Verhärtung aufweist. Werden nun die Muskeln, die eine Schutzfunktion für einen bestimmten Muskel oder Gewebe aufweisen, durch Dehnungsübungen oder andere Maßnahmen entspannt, so antwortet das Nervensystem mit mehr Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Auf keinen Fall verbessert sich die Situation. Passiert dies in einer Physiopraxis, so geht der Patient frustriert nachhause und entscheidet sich für eine eigentlich sinnlose Operation. Gerade deshalb sollten Sie sehr vorsichtig mit irgendwelchen, empfohlenen Übungen sein. Die Gründe für Ihre Schmerzen können so vielfältig sein, wie es Übungen gibt. Warum erleben wir beispielsweise im Bereich der Wirbelsäule Schmerzen, obwohl die Ursache in einem entfernt liegenden Muskel hervorgerufen wird? Das liegt an der Projektion von Schmerzen. 

Gelenkschmerzen sind oft Phantomschmerzen 

Sie haben vielleicht schon einmal von dem sogenannten Phantomschmerz bei einer Beinamputatiopn gehört? Solche Patienten erleben manchmal Schmerzen am Fuß oder Knie, obwohl das Bein amputiert wurde. Wie kann man das erklären? Die Schulmediziner sprechen von einem Schmerzgedächtnis. Ein guter Neurologe weiß sehr wohl, dass dafür eine Gehirnwindung innerhalb der Gehirnrinde (Cortex) verantwortlich ist. Diese Gehirnwindung nennt man Gyrus postcentralis. Dort haben alle Extremitäten, also Zehen, Fuß, Unterschenkel, Knie und andere Körperteile ihr zugehöriges Gebiet. Entsteht nun zum Beispiel eine Muskelproblematik im Gesäßbereich, so entwirft unser Nervensystem das bereits erläuterte Schutzprogramm (Efferenzen) und projektiert in der entsprechenden Gehirnregion, für Fuß oder Knie, Schmerzen. So ist es möglich, dass ein Patient am amputierten Bein Schmerzen am Knie oder Fuß wahrnimmt. Die Schmerzprojektion ist nichts anderes als eine Schutzfunktion, um Schonung für ein pathologisch verändertes Gewebe zu gewährleisten. Körperhaltung und Bewegungsautomatismen Diese führen zu Muskelkontrakturen und OG-Effekte (Ansatzreize der Muskulatur), als Ursache von Schmerzen. Es sind meistens die immer wiederkehrenden Haltungen und Bewegungsabläufe, die unser Muskelgewebe verändern. 

 

Schmerzen durch Haltungslosen- und Bewegungsautomatismen

Alterungsprozess verändert das Muskelgewebe

Dazu kommt durch den Alterungsprozess bedingtem Verlust der Elastizität des Bindegewebes. Alterung ist nicht anders als Wasserverlust des Gewebes. Das kann man gut an der Haut erkennen, die im Alter entsprechende Falten aufweist. Eine weitere Ursache ist die Verschlackung des Gewebes durch Stoffwechselendprodukte, die aufgrund eines verminderten Stoffaustausches (Pischinger Raum) nicht mehr abtransportiert werden können. Ein Grund dafür ist die Übersäuerung unseres Organismus. Wichtig ist daher für alle Patienten mit einer Schmerzsymptomatik, ihre Haltungs- und Bewegungsabläufe zu kontrollieren und zu modifizieren in Richtung Aufrichtung. Dazu kannst du einen Beitrag auf Youtube von mir ansehen. Wie kannst du nun kontrollieren, ob bei dir Kontrakturen oder OG-Effekte die Bewegung eingeschränkt, vorhanden sind? Durch Muskelkontrakturen oder Ansatz-Tendinosen werden aufgrund der Nozizeption und der Muskelkontraktur selbst Gelenke oder auch die Wirbelsäule häufig Schmerzen in bestimmten Bewegungseinschränkungen.

Meine Arbeit als Schmerz-Therapeut

Meine Arbeit liegt vor allem in einer guten ganzheitlichen Diagnose. Erst wenn die Ursache der Schmerzen geklärt ist, kann effektiv und gut behandelt werden. Meine Diagnose umfasst 3 elementare Bereiche. Dazu gehören eine sehr umfassende Anamnese, die EAV, die Dunkelfeldmikroskopie und europhysiologische Untersuchungstests.

Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Unlust arbeiten könnt, dann ist es besser, eure Arbeit zu verlassen und euch ans Tor des Tempels zu setzen, um Almosen zu erbitten von denen, die mit Freude arbeiten.
Khalil Gibran
Günter Kränzlein
Heilpraktiker/Physiotherapeut

Schmerztherapie bei Günter Kränzlein

Die Therapie bei Schmerzen orientiert sich natürlich an der Diagnostik. Die Therapie wie die Diagnostik ist ganzheitliche orientiert, da die inneren Organe genauso dafür verantwortlich sein können, wie Muskeln oder deren Wechselbeziehungen untereinander. Die Maßnahmen der Therapie können bestimmte Muskeltechniken, Wärme- Kältetherapie sowie Akupunktur, Neuraltherapie und Homöopathie sein. Darmsanierungen und Ernährungshinweise, wie die  Entgiftung der Körperzellen sind Standards. 

Hier zu ein Beispiel aus unserer Praxis, das zeigt, wie komplex unser Körpersystem arbeiten:

Ein Patient kommt mit Schulterschmerzen in unsere Praxis. Die Diagnose des Arztes lautete Kalkschulter und Rotatorenmanschettenruptur. Nach eingehender Anamnese und Untersuchung behandelte ich die gegenüberliegende Wade mit dem Effekt, dass nach 12 Behandlungen seine Schulter wieder voll einsetzbar und schmerzfrei war. Aufgrund neurophysiologischer Funktionsabläufe des Gehirns, kam es bei dem Patienten zu einer Spannungsveränderung der Schultermuskulatur und zur Schmerzprojektion. 

Anamnese – die Grundlage der Diagnostik 

Wie bereits erwähnt, ist die Anamnese eine der wichtigsten Grundlagen in der Diagnostik. Da eine genaue Erfassung der Krankheitsgeschichte sehr zeitaufwendig auch für den Patienten ist, geben wir dem Patienten, die Möglichkeit von Zuhause aus den Fragebogen mit über 200 Fragen zu erfassen. Das hat auch den Vorteil, dass der Patient ohne Druck überlegen kann und auch auf Operationsberichte etc. zurückgreifen kann. 

Jeder meiner Fragen gibt bestimmte Hinweise, die in einer Auswertung automatisch erfasst werden. In der Praxis können dann nochmals konkrete Fragen gestellt werden. Das effektive Vorgehen ermöglicht uns in den 2 Stunden Untersuchung gezielt vorzugehen.

Wir ermöglichen auch Nicht-Patienten diesen Fragebogen auszufüllen und die Auswertung kostenlos zu erhalten! 

Haltungs- und Bewegungsmuster führen zu Schmerzen

Unsere Kontrakte Muskulatur ist zu 90% für Schmerzen am Bewegungsapparat verantwortlich. Immer wiederkehrende Haltungen oder Bewegungsabläufe führen im Laufe der Zeit zu Gewebsveränderungen der Muskulatur. Das ist ähnlich einer Ruhigstellung eines Gelenkes  bei einer Fraktur oder Verstauchung. Durch die Ruhigstellung eines Gelenkes über eine gewisse Zeit hinweg, passt sich der Muskel der Gelenksituation an und verändert das Karin- und Myosinfilament. durch die Kontraktur entsteht nun eine Ströungsmeldung über periphere Nerven zu Zentrum. Das Gehirn reagiert nun mir einer Kompensation durch die Anpassung verschiedener anderer Muskeln und Schmerzprojektion.

Wichtig in der Therapie ist es natürlich, die Ursachen abzustellen, die zu den Schmerzen geführt haben. Deshalb ist eine Korrektur unserer Haltungs- und Bewegungsautomatismen unabdingbar. 

Ernährung – wichtig für einen gesunden Muskel und andere Organe

Eine gesunde und basenreiche Ernährung ist für jedes Gewebe entscheidend. Das ist wie in der Natur: Ist der Boden sauer, so werden die Bäume krank und sterben. Professor Günther Enderlein beschreibt das sehr treffen: „Die Mikrobe ist nichts – das Milieu ist alles!“ In meinem Basenbuch erfährst du mehr darüber. 

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Ernährung bei Arthrose
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